Zum Tod von Dr. Wilhelm Schuchard:
Dank an einen Initiator des Marburger
Konzertvereins
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Am 9.
Oktober 2008 ist im Alter von 100 Jahren der langjährige Vorsitzende das
Marburger Konzertvereins Dr. med. Wilhelm Schuchard verstorben.
Als die
bis ins Jahr 1786 zurückreichenden regelmäßigen Konzertveranstaltungen der „Gesellschaft des Liebhaber-Concerts zu
Marburg“ - ab 1900 „Marburger
Konzertverein e.V.“ -, in 1935 aus politischen Gründen abrupt geendet hatten,
waren es im Frühjahr 1956 die Ärzte Dr.
Wilhelm Schuchard und Dr. Hans-Hermann Marx, die eine Reaktivierung des
Marburger Konzertvereins initiierten.
In
einem Mahnaufruf machten sie den Magistrat auf die große Lücke im Konzertleben
Marburgs, das Fehlen einer regelmäßigen Konzertreihe, aufmerksam. Ihre
Initiative stieß bei dem Marburger Oberbürgermeister und Kulturdezernenten Dr.
Wilhelm Schilling auf offene Ohren. Die Musikschaffenden Marburgs, die Musikkenner
und Interessenten aus der Bürgerschaft wurden versammelt, und nach zwei
Mitgliederversammlungen im November 1956 war der Marburger Konzertverein e.V.
in seiner heutigen Gestalt mit neuen Rechtsgrundlagen, gewählten Vorständen und
Funktionsträgern auf den Weg gebracht. Die erste Spielzeit nach dem Zweiten
Weltkrieg war bereits am 23. Oktober 1956 mit einem Klavierabend des damals in
Europa hoch geschätzten ungarischen Pianisten Julian von Karoly eröffnet
worden. Seither ist der Marburger Konzertverein als der einzige Veranstalter
einer jährlichen Reihe von Abonnementskonzerten aus dem Marburger Musikleben
nicht mehr wegzudenken und genießt weit überregionales Ansehen.
Das
Engagement von Dr. Schuchard hatte mit seiner maßgeblichen Beteiligung in der Reaktivierungsphase
des Vereins in 1956 bei weitem nicht sein bewenden. Gleich zu Anfang wurde er
Mitglied des Künstlerischen Beirats, des Organs, in dem die Programme beraten
und zusammengestellt werden. Von 1959 bis 1981 war er Stellvertretender
Vorsitzender, und das Amt des Vorsitzenden, das er kommissarisch nach dem Tod seines
Vorgängers bereits ab August 1980 versehen hatte, führte er von 1981 bis 1991.
In
diesen insgesamt 35 Jahren ist der Marburger Konzertverein ein Lebenswerk von
Dr. Schuchard geworden. In die Zeit seines ununterbrochenen und unermüdlichen Wirkens
fällt die bisher erfolgreichste Phase der Konzertveranstaltungen des Marburger
Konzertvereins in den sechziger und siebziger Jahren, auf die das heutige Standing
des Marburger Konzertvereins als Konzertveranstalter wesentlich zurückgeht. Zu
bewältigen waren in diesen Jahren über die Vorbereitung und Durchführung der
Konzertveranstaltungen hinaus die Wechsel der Konzerträume, gewissermaßen
„Umzüge“, von den Stadtsälen in das Auditorium Maximum (Mai 1964) und von dort
in die Stadthalle (September 1969). Als großes „Event“ fällt in die Amtszeit
des Vorsitzenden Dr. Schuchard in 1986 das zweihundertjährige Jubiläum des
Marburger Konzertvereins als Nachfolger der „Gesellschaft des Liebhaber-Concerts zu Marburg“ von 1786. Maßgeblich
Herrn Dr. Schuchard - und seinem wenige Monate vor ihm verstorbenen treuen Geschäftsführer
Karl-Heinz Henckel, an den wir im Programmheft 2008/09 erinnerten - verdanken es
die Marburger Konzertbesucher, dass sich der Konzertverein als
Konzertveranstalter langfristig etabliert hat und seit langem ein
unumstrittener fester Kulturträger Marburgs ist, den die Stadt Marburg konstant
unterstützt.
Der
Marburger Konzertverein, die Mitglieder des Vorstands, des Künstlerischen
Beirats, die Vereinsmitglieder und die Konzertbesucher, die Dr. Wilhelm
Schuchard noch gekannt haben, gedenken seiner in Dankbarkeit.
MARBURGER
KONZERTVEREIN
Der Vorstand