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Sonntag, 16. Februar 2020
20:00 Uhr • Erwin-Piscator-Haus • Preise B

Busch Trio

  • Mathieu van Bellen, Violine
  • Ori Epstein, Violoncello
  • Omri Epstein, Klavier
  • Joseph Haydn (1732 – 1809), Klaviertrio A-Dur HOB XV:18
  • Ludwig van Beethoven (1770 – 1827), Klaviertrio Es-Dur op. 70/2
  • Dmitri Schostakowitsch (1906 – 1975), Klaviertrio e-Moll op. 67/2

Benannt nach dem legendären Geiger Adolf Busch, hat sich dieses junge Ensemble zum führenden englischen Klaviertrio seiner Generation entwickelt. Als drei eigenständige Solisten haben Omri Epstein, Mathieu van Bellen und Ori Epstein Preise bei internationalen Solowettbewerben gewonnen und sind Absolventen der führenden Englischen Musikschulen und Musikinstitutionen. Zusammengeführt durch ihre gemeinsame Leidenschaft für Kammermusik und inspiriert durch Mathieus Violine „ex-Adolf Busch“ J. B. Guadagnini (Turin 1783), feiern sie seither Erfolge und ernten Anerkennung für ihre „unbeschreibliche Ausdruckskraft“.

Die Brüder Omri und Ori Epstein wurden in Israel geboren, der Geiger Mathieu van Bellen kommt aus Südholland. In London haben sich die drei vor zehn Jahren kennengelernt und eine enge Freundschaft geschlossen. Mittlerweile hat das Trio seinen Lebensmittelpunkt nach Brüssel verlegt und genießt die Lebendigkeit der klassischen Musikszene dort. Seit seiner Gründung 2012 ist das Busch Trio regelmäßig zu Gast auf bedeutenden Bühnen und Festivals in ganz Europa.

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Das 1793 komponierte Klaviertrio A-Dur HOB XV:18 gehört zu den späteren der insgesamt 45 Klaviertrios, die Joseph Haydn im Laufe seines Lebens schrieb. Um die Zeit von Haydns zweiter Englandreise entstanden, lässt es den bis dahin mit der Gattung assoziierten Divertimento-Charakter deutlich hinter sich.

Ludwig van Beethoven komponierte unter der Opuszahl 70 zwei Klaviertrios, wobei das zweite in Es-Dur in der Beliebtheit hinter dem ersten, dem sogenannten „Geistertrio“, etwas zurücktritt und seltener zu hören ist. Als prominenter Zeitgenosse würdigte E.T.A. Hoffmann in einer ausführlichen Kritik in der Allgemeinen Zeitung dieses Werk. Er erkannte im Allegrothema des ersten Satzes und im dritten Satz Anklänge an Mozart (große Es-Dur-Sinfonie KV 543), freilich nur, wie er ausdrücklich vermerkte, im Thema und nicht in der „weiteren Ausführung und der Structur des Satzes, in der wieder der Beethovensche Genius auf die originellste Weise hervortritt.“

Dmitri Schostakowitsch hat sein 2. Klaviertrio aus dem Jahre 1944 dem Andenken seines Freundes Iwan Sollertinski gewidmet. Dieser universal gebildete Musikwissenschaftler und Programmgestalter der Leningrader Philharmoniker hatte sich als erster in der Sowjetunion für Gustav Mahlers Musik eingesetzt und als Kritiker bolschewistischer Kulturpolitik Schostakowitschs Wandlung vom linientreuen Absolventen des Petersburger Konservatoriums zum Stil-Individualisten der Oper Lady Macbeth von Mzensk gefördert. Nach seinem überraschenden Tod im Februar 1944 im Alter von nur 41 Jahren schrieb Schostakowitsch an einen gemeinsamen Freund: „Wir werden ihn nie wiedersehen. Es fehlen die Worte, um den großen Schmerz auszudrücken, der mein ganzes Wesen quält.“ Das Klaviertrio verleiht der Betroffenheit dieser Zeilen Ausdruck.